Musikzentrum / Fleskes: „Wir wollen die Chance nutzen“

Die katholische Kirche wollte ihre Marienkirche an der Viktoriastraße abreißen. Nun kann sie als Teil eines Musikzentrums erhalten bleiben.
Die katholische Kirche wollte ihre Marienkirche an der Viktoriastraße abreißen. Nun kann sie als Teil eines Musikzentrums erhalten bleiben.
Die Realisierung eines Musikzentrums im Viktoria-Quartier wird immer greifbarer. „Wir wollen die Chance wahrnehmen und in der Innenstadt eine neue Qualität in künstlerischem und stadtentwicklungspolitischem Sinne schaffen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Fleskes gestern im Haupt- und Finanzausschuss.

Die rot-grüne Koalition brachte einen gemeinsamen Antrag ein, in dem die Rahmendingungen für die Realisierung des Musikzentrums beschrieben werden, wie die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Martina Schmück-Glock erklärte.

So soll etwa die finanzielle Beteiligung der Stadt Bochum auf jene Beträge beschränkt bleiben, die heute schon laufend für die Bochumer Symphoniker (Mieten, etc.) aufgebracht werden. Ebenso stehen Mittel für den Erhalt der Marienkirche zur Verfügung: sie waren ursprünglich für einen Kammermusiksaal eingeplant und können jetzt für das gemeinsame Musikzentrum eingesetzt werden.

Die Beschlussvorlage samt Änderungsantrag von Rot-Grün soll am kommenden Mittwoch (9. März) beschlossen werden.

Änderungsantrag zur 13. Sitzung des Rates am 09.03.2011
TOP 1.9: Entwicklung des ViktoriaQuartierBochum;
hier : Realisierung des „Musikzentrum Bochum“ (Arbeitstitel), Vorlage 20110236

1. Der Rat beschließt die Realisierung des „Musikzentrums Bochum“, als Bestandteil und Schlüsselprojekt für die Entwicklung des kulturell-städtebaulichen Entwicklungsprojekts ViktoriaQuartierBochum, das einen Bochumer Beitrag zum regionalen Entwicklungskonzept „Kreativ.Quartiere RUHR“, zum „Konzept Ruhr“ bzw. zur Erfüllung des anstehenden regionalen „Masterplans Kulturmetropole Ruhr“ des Regionalverbandes Ruhr für die Städte des Verbandsgebietes darstellt.

Dieser Beschluss gilt unter folgenden auflösenden Bedingungen:

Zum einen, dass die Finanzierungsanteile aus EU-/Bundes-/Landesförderung über insgesamt 16.528.000 Euro und der Spenden-Mittel durch die „Stiftung Bochumer Symphonie“ (gegebenenfalls ergänzt durch Sponsorenmittel) in Höhe von mindestens 14.300.000 Euro rechtssicher zur Verfügung stehen und die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen für den städtischen Finanzierungsanteil vorliegen und dass zum anderen ein Raumprogramm entwickelt, ein Wettbewerbsergebnis erzielt und eine Planung vorgelegt wird, die im vorgegebenen Kostenrahmen zu realisieren sind.

2. Für die erforderliche Planung und die anschließende Realisierung stellt die Stadt Bochum einen kommunalen Eigenanteil in Höhe von 2.400.000 Euro bereit. Die unter PSP Element 1.25.09.02.01 etatisierten und priorisierten investiven Mittel für die Verwirklichung des ehem. Projekts „Marienkirche“ der Haushaltsjahre 2011 und 2012 werden dem Projekt „Musikzentrum“ zugeordnet. Es ist sicher zu stellen, dass auch die Ingenieur- und Architektenleistungen förderfähig und im Finanzvolumen abgedeckt sind.

3. Die gebäudebezogenen Kosten des Musikzentrums in Höhe von 650.000 Euro jährlich sind innerhalb der für die Marienkirche konsumtiv veranschlagten Betriebskosten in Höhe von 500.000 Euro jährlich sowie Einsparungen bei den Betriebskosten der Bochumer Symphoniker in Höhe von 350.000 Euro jährlich sicherzustellen.

4. Das kulturelle Nutzungskonzept für das Musikzentrum auch als Spiel- und Probenstätte der Bochumer Symphoniker und als „Forum für musikalische Bildung“ der Bochumer Musikschule und weiterer kultureller Anbieter und Produzenten wird Grundlage des Betriebs. Das Zentrum dient der gemeinnützigen Förderung von Musik, kultureller Bildung und Wissenschaft.

Im Rahmen des Gesamtkonzeptes ist der künstlerische Betrieb des großen Saales durch die Bochumer Symphoniker sicher zu stellen.

Darüber hinaus bietet der multifunktionale Saal weiteren Raum für unterschiedliche kulturelle und Bildungsangebote. Im Übrigen soll geprüft werden, ob es möglich ist, dass auch kommerzielle Veranstaltungen zur Kostendeckung vorgesehen werden können.

5. Zur Realisierung dieses Projekts erwirbt die Stadt Bochum entsprechend dem Beschluss aus April 2009 durch den Haupt- und Finanzausschuss (Vorlage Nr. 20083225) die Liegenschaft „Marienkirche“ zu den bereits vereinbarten Konditionen.

6. Für den Bau des Musikzentrums führt die Stadt Bochum einen EU-weiten Realisierungswettbewerb mit begrenzter Teilnehmerzahl mit Ankündigung eines anschließenden VOF-Verhandlungsverfahrens zur Vergabe des Planungsauftrages durch.

7. Mit diesem Beschluss hebt der Rat die bisher gefassten Beschlüsse zur Realisierung eines Kammermusiksaals in der Marienkirche sowie zur Errichtung einer Spielstätte für die Bochumer Symphoniker auf.

8. Für die Realisierung des Musikzentrums ist ein Verfahren festzulegen, das sicherstellt, dass im gegebenen Kostenrahmen für diese Zwecke vollständig ausgestattete Gebäude entstehen.

9. Da das Musikzentrum auch in hohem Maße als eine Einrichtung der kulturellen Bildung fungiert, legt die Kulturverwaltung im Verlauf des Jahres 2011 einen Bericht über die Aktivitäten zur kulturellen Bildung in Bochum sowie ein „Handlungskonzept kulturelle Bildung“ als Strategierahmen mit Darstellung der Zukunftsperspektiven und Handlungsoptionen für diesen Bereich zur Beschlussfassung vor.

Entwicklung des Viktoria-Quartiers – hier: Realisierung des Musikzentrums Bochum (Beschlussvorlage der Stadtverwaltung Bochum