Binnenmarktausschuss verbessert die europaweite Anerkennung von Berufsqualifikationen

Sie möchten eine Arbeit in einem anderen EU-Land aufnehmen? Das ist künftig leichter möglich. Am Dienstag verab­­schiedete der Binnen­­markt­­ausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel die Reform der Richtlinie zur Anerkennung von Berufs­­qualifikationen. Zuvor hatte sich das Verhandlungs­­team des EU-Parlaments mit dem Rat und der EU-Kommission auf einen Kompromiss geeinigt. „Das neue Gesetz erleichtert es, die eigene Ausbildung unbürokratisch europaweit anerkennen zu lassen. Damit bekämpft es ganz konkret den Fachkräfte­­mangel in vielen Branchen“, kommentiert der SPD-Europa­­abgeordnete und Stellv. Vorsitzende der europäischen Sozial­­demokraten Bernhard RAPKAY.
Neuerungen umfassen beispielsweise einen fälschungs­­sicheren, individuellen Berufsausweis und einen Meldemechanismus, der vor Ärzten warnt, gegen die ein Berufsverbot in einem EU-Land verhängt wurde.
„Um die Gesundheitsberufe auch in Deutschland attraktiver zu gestalten, brauchen wir bessere Arbeits- und Rahmen­­bedingungen“, so Bernhard RAPKAY weiter. Nach Meinung der SPD sind weder das Abitur als Zugangs­­voraussetzung für Gesundheits­­berufe noch eine vollständige Akademisierung sinnvoll. Erforderlich sind allerdings gemeinsame europäische Standards: „Deshalb ist es bedauerlich, dass die Bundesregierung den nun geplanten neuen Kompetenzkatalog national erarbeiten lassen will“, kritisiert der SPD- Europaabgeordnete. „Dies kann zu einer Re- Nationalisierung führen und ändert nichts an der teilweise katastrophalen Arbeitssituation in Krankenhäusern.“
„Zusammen mit den Pflegeverbänden werden wir bei der nationalen Umsetzung der Richtlinie darauf achten, dass die Interessen und die Zukunftsperspektive von Krankenschwestern, -pflegern und Patienten im Vordergrund stehen.“ In diesem Zusammenhang sei es erfreulich, dass bei Hebammen die Anpassung der Zugangsvoraussetzungen auf zwölf Schuljahre gelungen ist, so Bernhard RAPKAY abschließend.
Die Abstimmung im Plenum des EU-Parlamentes folgt voraus­­sichtlich im September.
Hintergrund:
Bei dem verabschiedeten Gesetz handelt es sich um die Aktualisierung der Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen. Danach gelten in der Europäischen Union bereits die automatische Berufsanerkennung auf der Grundlage harmonisierter Mindestausbildungsanforderungen in den Bereichen Handwerk, Gesundheit, Architektur, Industrie und Handel.
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Quelle: Website Bernhard Rapkay MdEP