Gaby Schäfer: SPD-Ratsfraktion fordert einen Inklusionsplan

Bürgermeisterin Gabriela Schäfer (SPD) bei der 1. Inklusionskonferenz in Bochum am Donnerstag (12. März 2015) im Bochumer Rathaus.
Bürgermeisterin Gabriela Schäfer hier bei der 1. Inklusionskonferenz 2015.
Die SPD-Ratsfraktion fordert einen Inklusionsplan für Bochum. Daraus soll hervorgehen, welche Schritte in welcher Zeit notwendig sind. „Beim Thema Inklusion hat unsere Gesellschaft schon viel vorangebracht. Allerdings wird auch der Begriff selbst immer weiter gefasst. Wenn wir nicht wollen, dass er beliebig wird, brauchen wir hier in Bochum für unsere Stadt einen Plan. Die Umsetzung muss jemand koordinieren. Wir brauchen da einfach mehr Verbindlichkeit“, erläutert die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion Gaby Schäfer.

Der Rat hat die Verwaltung schon im Juli 2013 beauftragt, ein Inklusionsprojekt für Bochum zu starten. Seitdem ist wenig passiert. Zwar wurde die Inklusionskonferenz eingerichtet. Sie ermöglicht einen gesamtstädtischen Informationsaustausch. Aber es fehlt nach Auffassung der SPD-Ratsfraktion eine konkrete Umsetzungsstrategie in städtischer Verantwortung. Ebenso fehlt in der Verwaltung eine Person, die die Verantwortung für diese Aufgabe übernimmt. Im Zusammenhang mit den Etatberatungen für 2016 hatte die Koalition aus SPD und Grünen dazu bereits einen Prüfauftrag erteilt.

Seniorinnen und Senioren

Unter allen Menschen mit Behinderungen ist der Anteil alter Menschen besonders hoch. „Und er wird weiter ansteigen. Alles was wir für eine inklusive Gesellschaft vorhaben, werden wir also auch für die älteren Menschen machen“, unterstreicht Gaby Schäfer. Der Abbau von Barrieren helfe ihnen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Auch Familien profitieren von Barrierefreiheit, wenn sie zum Beispiel mit Kinderwagen unterwegs sind.

Die Stadtverwaltung müsse in ihrem Verantwortungsbereich Inklusion konsequent bei allen Aktionen, Veranstaltungen oder Planungen mit berücksichtigen. „Das betrifft die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern ebenso wie Bildungs-, Weiterbildungs-, Kultur- oder Sportangebote. Das betrifft zudem Sanierung und Neubau von Gebäuden, Straßen, Fußwegen oder Spielplätzen“, so Schäfer.

Kurzfristige Verbesserungen

Die SPD geht nach Schäfers Worten davon aus, dass einige Verbesserungen kurzfristig erreicht werden können. So sollte die Verwaltung zum Beispiel die Leichte Sprache bei städtischen Publikationen anwenden oder öffentliche Gebäude mit einem Orientierungssystem für geh-, hör- und sehbehinderte Menschen ausstatten.