Mikroplastik auf Kunstrasenplätzen / „Wir müssen Alternativen suchen.“

Kunstrasenplätze sind nicht umsonst beliebt. Sie sind ganzjährig bespielbar, nicht so pflegeintensiv wie echter Rasen und weicher als Ascheplätze. Allerdings könnte die Europäische Union der Verwendung von Kunststoffgranulat einen Strich durch die Rechnung machen. „Kunststoffgranulat wird auch auf Bochumer Kunstrasenplätzen genutzt, damit der Untergrund weich genug ist“, erklärt Hans Peter Herzog, sportpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. „Jetzt sind allerdings Alternativen gefragt.“

Hans-Peter Herzog, sportpolitischer Sprecher der SPD im Rat, setzt sich für Alternativen zum umstrittenen Kunststoffgranulat ein.
Hans-Peter Herzog, sportpolitischer Sprecher der SPD im Rat, setzt sich für Alternativen zum umstrittenen Kunststoffgranulat ein.

Die Kritik der EU am Plastikgranulat ist nicht ganz unberechtigt. „Das Granulat kann durch Regen weggespült werden und sich in der Umwelt verteilen“, sagt Hans Peter Herzog. Dass die Verwaltung trotzdem Kunstrasenplätze mit dem Granulat angelegt hat, kann er aber verstehen. „Als die Kunstrasenplätze in Bochum angelegt wurden, war das Plastikgranulat eine gute Lösung. Es ist wetterbeständig und sorgt für gute Platzeigenschaften. Kritik an dem Granulat oder gar Warnungen gab es damals noch nicht und die jetzigen Probleme waren nicht absehbar. Allerdings gibt es jetzt neue Erkenntnisse und darauf müssen wir reagieren. Es gilt zwar ein Bestandsschutz für die Kunstrasenplätze mit Granulat, aber in Zukunft kann der aktuelle Kunststoff keine Lösung sein“, sagt der sportpolitische Sprecher.

„In Eppendorf und Hordel werden jetzt zwei Kunstrasenplätze erneuert. Dabei soll statt Kunststoffgranulat Sand zum Einsatz kommen, ebenso bei allen Plätzen, die neu angelegt werden. Eine dauerhafte Lösung kann das aber nicht sein, da Sand wahrscheinlich zu mehr Scheuerverletzungen führen wird“, erklärt Hans Peter Herzog. „Doch Sand ist trotzdem noch besser als Kork. Der wird noch schneller fortgeschwemmt, kann aufquellen, ist teurer und es besteht die Gefahr der Schimmelbildung. Jetzt muss die Verwaltung nach weiteren Alternativen suchen. Und wenn es keine gibt, bleibt zu hoffen, dass die Industrie schnell sinnvolle Alternativen entwickelt und auf den Markt bringt.“