Baumschutzsatzung / SPD fordert Überarbeitung

Die SPD im Rat möchte Bochums Bäume besser schützen. „Die aktuelle Baumschutzsatzung der Stadt stammt noch aus den 90er-Jahren und ist nicht mehr zeitgemäß. Aus diesem Grund beauftragen wir die Verwaltung, die Baumschutzsatzung zu überarbeiten. Einen entsprechenden Antrag haben wir für die Sitzung des Umweltausschusses am 21. April vorbereitet“, erklärt Martina Schmück-Glock, umweltpolitische Sprecherin der SPD im Rat.

Martina Schmück-Glock hat den Unterstand verwirklicht.
Martina Schmück-Glock hat den Unterstand verwirklicht.

„Nach der Überarbeitung der Baumschutzsatzung soll die neue Fassung dem Rat vorgelegt werden. Der entscheidet dann über die Änderungen“, erklärt Martina Schmück-Glock. „Wichtig ist, dass wir der Reihenfolge ,vermeiden, minimieren, ausgleichen, ersetzen‘ mehr Nachdruck verleihen. Es ist wichtig, für gefällte Bäume Ausgleich zu pflanzen – keine Frage. Viel wichtiger ist es aber, Baumfällungen – wo es geht – zu vermeiden“, sagt Schmück-Glock.

Unnötige Fällungen verhindern

„Allerdings werden wir auch zukünftig Baumfällungen nicht gänzlich verhindern können, denn wir können keinen alten Baum schützen, der beim nächsten Sturm auf die Straße stürzt. Auch können wir nicht jedes Bauvorhaben vermeiden, denn sowohl die Bereitstellung von Wohnraum, als auch die Erneuerung und Ergänzung von Infrastrukturen sind nach wie vor dringend notwendig“, so die Lokalpolitikerin. „Beim beabsichtigten Fällen von gesunden Bäumen sollte man aber vorher die ein oder andere Bauplanung überdenken, und das ökologische Potential vorhandener Bäume sinnvoll in Planungen integrieren, zum Beispiel durch das Verschieben oder die Verkleinerung eines Baukörpers oder einer Zufahrt“, sagt die umweltpolitische Sprecherin. „In der Vergangenheit haben wir nämlich öfter feststellen müssen, dass nicht jede Fällung nötig war. Deswegen muss eine baumfachliche Baubegleitung installiert werden, um solche Probleme im Vorfeld zu verhindern“, erklärt Martina Schmück-Glock. „Und wenn Bäume dann doch gefällt und ersetzt werden müssen, reicht das Ersetzen eines großen Baums durch eine oder zwei kleine Bäume für die Klimabilanz nicht aus. Als Ersatz sollen künftig entweder ebenfalls ältere und größere Bäume gepflanzt werden, oder zumindest mehr Bäume“, sagt die umweltpolitische Sprecherin.

Bäume fürs Wohlbefinden

„Mehr noch als vor 30 Jahren sind Bäume zurecht ein hochemotionales Thema. Sie sorgen für Lebensqualität und Menschen genießen ihren Anblick. Kein Wunder, dass regelmäßig die Empörung groß ist, wenn scheinbar über Nacht Bäume gefällt werden. Wir wissen, dass wir mit Blick aufs Klima und Mikroklima in unserer Stadt, aber auch für das Wohlbefinden der Menschen Bäume brauchen.“