Kostenlose Hygieneartikel für Mädchen und Frauen an Schulen

Hygieneartikel wie Tampons und Binden werden auf Dauer richtig teuer. Zwar gelten sie nicht mehr als Luxusartikel und statt 19 Prozent fallen nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer an. Trotzdem summieren sich die Kosten im Laufe der Jahre und viele Hersteller haben die Steuersenkung genutzt, um die Preise stattdessen anzuziehen. „An den Preisen werden wir in Bochum nichts ändern können, aber zumindest an Schulen wollen wir jetzt für kostenlose Binden und Tampons sorgen“, sagt Burkart Jentsch, Vorsitzender der SPD im Rat.

Burkart Jentsch hofft, dass die Stadt die Sporthallen während der Sommerferien für den Vereinssport offenhalten kann.
Burkart Jentsch hofft, dass die Stadt die Sporthallen während der Sommerferien für den Vereinssport offenhalten kann.

„Im nächsten Haushalt wollen wir Geld zur Verfügung stellen, um an den Bochumer Schulen Spender für Tampons und Binden aufzustellen und so Mädchen und Frauen zu entlasten“, sagt Jentsch. „Schließlich handelt es sich um grundlegende Hygieneartikel. Es kann nicht sein, dass dort Toilettenpapier kostenlos zur Verfügung steht, Schülerinnen sich aber für ihre Tage selbst mit Hygieneartikeln versorgen müssen.“

 Kein Tabuthema

Martina Schnell möchte das Thema enttabuisieren.
Martina Schnell möchte das Thema enttabuisieren.

Martina Schnell, Vorsitzende des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familien ergänzt: „Tampon- und Bindenspender an Schulen sorgen nicht nur für mehr Gleichberechtigung. Gerade junge Mädchen, für die ihre Menstruation noch was Neues ist, können Tampons und Binden auch mal zu Hause vergessen oder sie werden von ihrer ersten Regelblutung in der Schule überrascht. Da ist es eine große Hilfe, wenn entsprechende Spender auf den Toiletten angebracht sind“, sagt Martina Schnell. „Und wir hoffen, dass sie zur Enttabuisierung beitragen. Wenn auf den Schultoiletten Tampon- und Bindenspender hängen, werden sie und somit das ganze Thema als etwas Alltägliches und Normales wahrgenommen.“