SPD Bochum trauert um Margot von Renesse

Die Bochumer SPD trauert um Margot von Renesse, die am 17. Juni verstorben ist. Geboren 1940, trat sie 1969 in die SPD ein. 1972 wurde die Juristin als Richterin am Land- und Amtsgericht Bochum einberufen und wirkte dort ab 1977 als Familienrichterin. 1990 wurde sie in den Bundestag gewählt. Sie hatte vier Kinder und war verheiratet.

Margot von Renesse war viele Jahre in der Bochumer SPD engagiert, in den 90er Jahren drei Legislaturperioden lang Mitglied der Bundestagsfraktion (1990-2002). Bis 2010 war sie Mitglied im Ortsverein Querenburg, sie gehörte ebenso dem Unterbezirksvorstand der SPD Bochum an. 2004 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz (1. Klasse) und die Ehrendoktorwürde der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum sowie 2006 den Zivilcouragepreis des CSD Berlin.

Margot von Renesse vertrat im Bundestag die SPD-Fraktion bei den Verhandlungen über das Lebenspartnerschaftsgesetz für homosexuelle Paare. Sie hat sich außerdem eingesetzt für das Selbstbestimmungsrecht der Frau und war maßgeblich an der Neufassung des Paragrafen 218 in den Neunzigerjahren beteiligt. Sie trat zudem jahrelang gegen viele Widerstände für ein Gesetz ein, das Vergewaltigung in der Ehe endlich unter Strafe stellt. Das Gesetz hierzu wurde 1997 beschlossen.

„Mit Margot von Renesse verlieren wir eine Politikerin, die gesellschaftlich Vorreiterin war. Die weltoffene, tolerante Gesellschaft, in der wir heute leben, verdanken wir engagierten Menschen wie Margot von Renesse. Sie stand in moralisch-ethischen Fragen fest zu ihren Überzeugungen, auch gegen Widerstände innerhalb der eigenen Partei, hatte einen starken inneren Kompass. In einer Zeit, in der Politik immer häufiger als beliebig empfunden wird, war sie alles andere als beliebig. Dazu trug sicherlich auch ihr beruflicher Werdegang bei – ihre Unabhängigkeit als Richterin konnte sie mitnehmen in die Politik. Bis zuletzt hat sie sich nicht geschont, sondern für ihre Überzeugungen gestritten. Mit ihr verlieren wir eine hochgeschätzte Persönlichkeit und Sozialdemokratin. Wir stehen voller Respekt und Anerkennung vor ihrer Lebensleistung. Dafür danken wir ihr ganz herzlich und sind in Gedanken bei ihren Angehörigen“, betont Bochums SPD-Vorsitzender Serdar Yüksel.