Neveltalbrücke / SPD im Rat ruft zu weniger Baumfällungen auf

Der dringend nötige Neubau der Neveltalbrücke steht kurz bevor und soll kommendes Jahr starten. Er ersetzt auf Sicht die alte Brücke, die den Munscheider Damm über das Neveltal führt. „Ein Neubau an der Stelle ist wichtig, aber leider führt er auch zu einem großen Eingriff in die Natur vor Ort. Allein die Zahl der Baumfällungen ist erschreckend. Aus diesem Grund haben wir einen Fragenkatalog für die aktuelle Sitzung des Umweltausschusses vorbereitet“, sagt Martina Schmück-Glock, umweltpolitische Sprecherin der SPD im Rat.

Martina Schmück-Glock
Martina Schmück-Glock

Die Anfrage zur Sitzung am 11. August greift mehrere Punkte auf. „Ganze 334 Bäume sollen gefällt werden. Dazu kommt, dass ab Oktober auf etwa 17 Hektar der Gehölzbestand zurückgeschnitten werden soll. Das wollen wir nicht so einfach stehen lassen“, erklärt die Ratsfrau. „Wir möchten von der Verwaltung wissen, ob sie geprüft hat, ob wirklich alle 334 Bäume gefällt werden müssen oder ob zumindest einige Bäume gerettet werden können. Dazu gehört natürlich auch, dass der Landesbetrieb Straßen.NRW die Stadt auch über konkrete Fällungen informiert. Da wollen wir wissen, ob das bereits geschehen ist und ob der Landesbetrieb auch die Bürgerinnen und Bürger noch einmal explizit anspricht.“

Wildobstbäume als Ersatz

Natürlich sind Baumfällungen bei so einem Projekt nicht zu verhindern. „Umso wichtiger ist eine ausreichende und sinnvolle Ersatzpflanzung“, erklärt Martina Schmück-Glock. „Bereits der Naturschutzbeirat und die Untere Naturschutzbehörde haben angeregt, nicht nur eine einfache Baumreihe zu pflanzen, sondern Wildobstbäume. Nun wollen wir wissen, ob diese Anregung berücksichtigt wird.“

Anwohner:innen ins Boot holen

Der Neubau der Brücke ist nicht nur eine Belastung für die Natur. Martina Schmück-Glock: „Die Arbeiten werden mehrere Jahre dauern. Zum Glück entsteht der Neubau neben der bisherigen Brücke, die somit weiter genutzt werden kann, bevor sie später abgerissen wird. Dennoch möchten wir wissen, zu welchen Einschränkungen es für die Bürgerinnen und Bürger kommen wird und ob es zu längeren Sperrungen kommt. Hilfreich wäre dabei auch ein Ansprechpartner vom Landesbetrieb für die Menschen vor Ort, der von sich aus informiert, aber auch für Rückfragen zur Verfügung steht. Ist so eine Stelle geplant“, fragt die Ratsfrau. „Uns ist es wichtig, dass nicht nur die Politik auf dem Laufenden gehalten wird, sondern dass vor allem die Menschen vor Ort ins Boot geholt werden. Ich hoffe, dass Straßen.NRW das schafft.“