Hauptpost in Wattenscheid / Burkart Jentsch kritisiert Schließung

Die Postbank an der Hochstraße 31 in Wattenscheid ist Geschichte. „Die Entscheidung der Post ist wirklich traurig“, sagt dazu Burkart Jentsch, Vorsitzender der SPD im Rat. „Dass der Standort mit Blick auf die Bankgeschäfte nicht profitabel war, verstehe ich sogar. Aber es ist schade, dass an dieser Stelle Profit vor Daseinsvorsorge gestellt wurde und es keine alternative Lösung gibt“, erklärt der ehrenamtliche Politiker. Denn nicht nur die Kund*innen der Postbank leiden unter der Schließung.

Burkart Jentsch
Burkart Jentsch

„Von der Tradition des Standortes ganz abgesehen, gibt es Probleme, die die Menschen in Wattenscheid direkt zu spüren bekommen. Nicht nur die Finanzdienstleistungen sind verschwunden und somit die Möglichkeit, mit den Beraterinnen und Beratern vor Ort zu sprechen. Auch die Automaten wurden aufgegeben“, sagt Burkart Jentsch. „Natürlich nutzen viele Menschen Online-Banking, aber nicht alle. Und es ist unsere Aufgabe, an alle zu denken. Was ist mit den älteren Wattenscheiderinnen und Wattenscheidern? Die können jetzt nicht mehr schnell einen Kontoauszug ziehen oder Geld abheben. Dabei zahlen noch viele Menschen mit Bargeld. Ohne Gebühren gibt es das in der Wattenscheider Innenstadt nicht mehr. Zumindest nicht für Kundinnen und Kunden der Cash Group, zu der auch Postbank, Commerzbank oder Deutsche Bank gehören. Wer dort sein Konto hat, kann erst wieder in der Shell-Tankstelle an der A40 kostenlos und unkompliziert Geld abheben.“

Mehr als nur Bank

Ein weiteres Problem betrifft das Postgeschäft. „Die Postbank an der Hochstraße war mehr als nur ein Bank-Standort. Dort gab es einen Post-Shop mit allem, was dazugehört – also auch Versand von Briefen, Verkauf von Briefmarken oder Paketversand. Es gibt zwar in der Oststraße eine neue Partnerfiliale, aber dort kann man nicht mehr eben mit dem Auto vorfahren, wenn man ein schweres Paket verschicken möchte. Die müssen die Kundinnen und Kunden jetzt weit tragen“, so Jentsch.

Gespräch nicht gesucht

„An die jetzt neuen Probleme werden sich die Menschen gewöhnen, da bin ich mir sicher. Aber dennoch ist es schade, dass die Post nicht vorher das Gespräch mit der Politik gesucht hat. Gemeinsam hätten wir vielleicht eine Lösung finden können“, sagt Jentsch.